Jetzt zählt es! Die Einladung zum Bewerbungsgespräch

Glückwunsch! Der erste Schritt ist geschafft! Jetzt können Sie zeigen was Sie drauf haben.

Und damit Sie dabei nicht allein gelassen werden finden Sie hier ein paar wertvolle Tipps, damit Ihr Bewerbungsgespräch zu einem vollen Erfolg wird. Vorweg noch eine kleine Info: Sollten Sie innerhalb einer Woche noch keine Antwort (Zusage/Absage) bekommen haben, dann rufen Sie unbedingt bei der Personalabteilung an und erfragen höflich den Eingang Ihrer Bewerbung. Die Praxis wird leider viel zu selten von den Bewerbern angewandt. Sie zeigen damit außerordentliches Interesse und es kann immer wieder passieren, dass einzelne Bewerbungen in der E-Mail- oder Postflut untergehen.

Bei größeren Unternehmen sind hingegen auch Assessment-Centers (AC) üblich. Lesen Sie hierzu die Tipps im Menüpunkt Assessment-Center.

Das Vorstellungs- bzw. Bewerbungsgespräch ist Ihre Chance den Unternehmensvertreter von Ihnen zu überzeugen und gleichzeitig das Unternehmen besser kennen zu lernen. Außerdem können Sie sich schon einmal in den (evtl. zukünftigen) Arbeitsräumen umsehen.

Nicht selten bekommen Sie bei mehreren Unternehmen die Chance sich vorzustellen. Nutzen Sie jede Gelegenheit und fangen Sie bei den Unternehmen an, die eher auf Ihrer unteren Favoritenliste stehen. Warum? Ganz einfach: Wenn Sie noch wenig Erfahrung in Bewerbungsgesprächen haben, dann können Sie dort üben!

 

Nun aber wichtige Tipps zur Vorbereitung auf Ihr Bewerbungsgespräch:

Informieren Sie sich vorab genau über das Unternehmen, bei dem Sie sich vorstellen. Lesen Sie hierzu die Website der Firma mehrmals genau durch.

Wenn es um ein Unternehmen geht, dass vermutlich direkten Kundenkontakt hat, dann ist ein Anzug / Kostüm oder zumindest ein Hemd mit Anzughose / Bluse, Rock o.ä. geeignet. Aber das wissen Sie in Ihrer Branche sicher am Besten. Generell gilt: besser overdressed als underdressed!

Auftreten

Ehrlichkeit währt am Längsten! Personaler haben meistens ein Gespür für Lügen. Bereiten Sie sich also darauf vor, dass Sie Ihren Lebenslauf wahrheitsgemäß erläutern und begründen können.

Begrüßung

Stellen Sie sich mit Ihrem Vor- und Nachnamen vor und begrüßen Sie alle Beteiligten mit einem angenehmen und festen Händedruck. Das Ganze bitte mit einem Lächeln!

Distanz

Begrüßen Sie Ihr Gegenüber und entfernen sich dann wieder einen Schritt, damit Sie keine Komfortzone überschreiten.

Setzen

Erst nachdem Sie dazu aufgefordert werden, dürfen Sie sich auf den zugewiesenen Platz setzen. Sie können auch die Frage stellen: “Wo darf ich mich setzen?”

Namen

Prägen Sie sich die Namen aller Personen gut ein. Sollten Sie einen vergessen haben, fragen Sie höflich nach: „Entschuldigen Sie bitte, das ging zu Beginn sehr schnell, würden Sie mir bitte Ihren Namen noch einmal nennen?“.

Pünktlichkeit

Planen Sie genug Zeit für Ihre Anreise ein, Ihr Zeitpuffer sollte u.a. einen Stau berücksichtigen. „5 Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit“!

Fragen

Werden Sie etwas gefragt, antworten Sie nicht nur mit „Ja das stimmt / Nein so ist das nicht..“ sondern holen Sie am Besten immer ein bisschen aus und beantworten die Frage dann ausführlich aber interessant.

Aufregung

Sehen Sie Aufregung nicht als Ihren Gegner sondern als Ihren Verbündeter an. Wenn Sie aufgeregt sind, sind Sie hochkonzentriert!

Sprache

Egal woher Sie kommen: versuchen Sie stets Hochdeutsch zu sprechen und verfallen Sie in keinen Slang.

Beginn

Wenn Sie schon etwas erfahrener sind, beginnen Sie das Gespräch mit einem lustigen Einstieg. Das muss nicht unbedingt zum Lachen sein – es kommt immer darauf an wie Sie es gestalten.

 

Über folgende Fragen sollten Sie sich Gedanken machen:

 

Was sind Ihre (Stärken und) Schwächen?

Wenn Ihnen die Frage nach Ihren Stärken und Schwächen direkt gestellt wird oder Sie gefragt werden, wie Ihre Freunde Sie beschreiben würden ist Vorsicht geboten!

Niemand ist perfekt und deshalb ist es auch legitim Schwächen zu haben. Sie helfen Ihrem Gegenüber auch Sie besser als Mensch einzuschätzen.

Ihre Antworten sollten aber in keinem Fall entgegen der Stellenanforderungen stehen. Überlege Sie sich im Voraus also irrelevante Schwächen wie z.B. ein schlechtes Namensgedächtnis oder fehlende Fremdsprachenkenntnisse. Gut ist es auch wenn Sie Schwächen bei Ihnen finden, die Sie in Ihrem Leben schon überwinden oder meistern konnten. Hier ein Beispiel: „Ich hatte ab und zu im Studium das Problem, dass ich zu spät angefangen habe für die Prüfung zu lernen. Mittlerweile wiederhole ich jede Vorlesung direkt danach noch einmal und schreibe mir die relevanten Punkte heraus. Das erspart mir gerade in der Prüfungsphase sehr viel Zeit.“

Sind Sie an einem Praktikum oder einer anderen Stelle bei einer Bank oder einer Behörde interessiert, sollten Sie sich lange vorweg mit Politik und Wirtschaft beschäftigen. Tageszeitungen oder aktuelle und seriöse Online-Medien gehören ab da zur täglichen Pflichtlektüre.

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahre?

Das ist eine typische Frage in einem Bewerbungsgespräch. Vielleicht nicht unbedingt für eine studentische Tätigkeit aber der Vollständigkeit halber gehört es hier auch dazu. Ihr potentieller Arbeitgeber will damit herausfinden, wie Sie Ihre eigene Perspektive sehen und ob Sie bereits große Pläne für die Zukunft haben. Mögliche Antworten sind „Ich sehe mich in einer verantwortungsvollen Position, die mir jeden Tag aufs Neue Spaß macht und mich herausfordert“, „In 5 Jahren werde ich mein Masterstudium abschließen und freue mich darauf mein erlerntes Wissen anzuwenden“ oder „Ich möchte in fünf Jahren klare Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg vor mir haben“.

 

Haben Sie noch irgendwelche Fragen?

Auf diese Frage sollten Sie nie mit „Nein“ antworten und falls Ihnen dennoch nichts einfällt oder wirklich alles besprochen wurde, dann antworten Sie mit „Danke, dass Sie mir noch die Möglichkeit geben Fragen zu stellen. Für mich hat sich in unserem Gespräch bereits alles geklärt.“ oder „Sie haben meine Frage in unserem Gespräch bereits alle beantwortet. Wenn ich noch weitere Fragen habe, kann ich mich sicherlich bei Ihnen noch melden oder?“. Wenn Sie Fragen am Ende bereit halten, zeigt das Interesse.

 

Zu folgenden Themen können Sie Fragen stellen:

  • Handlungsspielraum / Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Arbeitsweise (Einzel-/Team-/Projektgruppenarbeit)
  • Einarbeitungsphase
  • Auslandsmöglichkeiten
  • Führungsstil des Vorgesetzten

Auf diese Fragen müssen Sie nicht (wahrheitsgemäß) antworten bzw. darf Ihr Gegenüber eigentlich nicht stellen:

  • sexuelle Orientierung
  • Schwangerschaft
  • Krankheiten
  • Partei- / Religionszugehörigkeit
  • Vorstrafen (es kann aber sein, dass du zu Beginn deines Arbeitsverhältnisses ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen musst. Die Kosten belaufen sich auf ca. 10-15€ und werden häufig vom Arbeitgeber übernommen)
  • Vermögensverhältnisse
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